Sicherer Messenger Signal

25th Nov 2020

Es ist kein Geheimnis – neben dem Schweizer Messenger-Dienst Threema nutze ich hauptsächlich den Signal-Messenger aktiv.

Eine Alternative, die aktuell auch in aller Munde ist, Telegram, ist für mich definitiv keine Option. Das zeigt auch wieder mal ein aktueller Beitrag-Test auf heise.de. Die Herkunft der App war mir seit jeher suspekt und von ihr hören tut man im Regelfall auch nur, wenn mal wieder aufgrund der Ausfälle eines anderen Dienstes die Nutzerzahlen sprunghaft ansteigen oder weil mal wieder ein QAnon- oder Corona-Leugner eine neue Gruppe ins Leben gerufen hat... Eine gegensätzliche Meinung zu eben angesprochenen Artikel, geschrieben von Carlo von Lynx, will ich an dieser Stelle nicht für mich behalten.

Zu Threema schreibe ich sicher mal einen eigenen Beitrag. Nur so viel vorneweg. Die offensichtlichsten Unterschiede zwischen beiden Messengern sind

  • Threema kostet 2,99 € (für IOS 3,49 €) / Signal ist kostenlos und
  • Threema funktioniert ohne Telefonnummer / Signal nur mit.

Beides sind auf jeden Fall Ende-zu-Ende verschlüsselte Dienste. Threema mit einem eigenen Verfahren, welches in Zukunft Open-Source werden soll, Quelle: Netzpolitik.org. Signal benutzt ein quelloffenens Verfahren namens Protocol zur Verschlüsselung. Dieses wird auch von WhatsApp verwendet. Aber aufgrund dessen, dass WhatsApp teil der Facebook Inc. ist, ist der Messenger bei meiner Wahl auch außen vor.

Ähnlich wie Firefox, steht hinter Signal eine unabhängige und gemeinnützige 501c3 nonprofit-Organisation, die sich durch Spenden finanziert. Das ist schon mal halbwegs sympathisch, da ich mich schon mal nicht direkt als Kunde oder Produkt fühlen muss, wie es bei anderen kostenlosen Diensten der Fall ist.

Signal enthält keine Werbung und trackt auch nicht.

Die App kann als SMS-Ersatz dienen, so dass man eigentlich alles über sie senden kann. Egal ob der Gegenüber Signal hat oder nicht. Zum Empfangen von Signal-Nachrichten sollte der Gegenpart dann natürlich schon auch die App benutzen oder ansonsten eine SMS schicken. Nachrichten von Signal zu Signal sind direkt schon mal Ende-zu-Ende-verschlüsselt, SMSen natürlich nicht.

Darüberhinaus kann man mit der App auch (ebenfalls verschlüsselt) telefonieren oder Videotelefonie betreiben und ansonsten gehen auch alle anderen Spielereien... man kennt das ja mittlerweile... Gruppen erstellen und verwalten, Sticker verschicken, Sprachnachrichten, GIFs und andere Dateien verschicken etc.

Auch gibt es einen Desktop-Client, mit dem man seine Nachrichten vom Rechner aus verschicken kann. Das habe ich allerdings noch nicht so ausführlich getestet.

Einziges Manko... wenn es denn wirklich eines ist... die App bindet sich an die Telefonnummer. Man hat also keinen User-Namen oder eine Kennnummer, den man auf andere Geräte mitnehmen kann. Bei Threema geht das ja mittlerweile... oder Wire ist auch ein ähnlicher Kandidat, der mittels Usernamen funktioniert.

Früher hat die Signal-App auch ordentlich an Mediendaten gesammelt, die man über Gruppen empfangen hat. Das hat den Speicher des Smartphones schnell zugemüllt. Da ist mittlerweile aber Abhilfe geschaffen worden. Zum Einen ist die Speicherverwaltung übersichtlicher geworden und man kann einstellen was und wie viel und wie lange gespeichert werden soll.

Insgesamt tut sich bei der App immer noch so einiges... und da wird sich sicherlich auch in Zukunft noch einiges tun.

Meine Empfehlung: Einfach ausprobieren!

Screenshot