Miniaturen bemalen – ein Hobby, das mich seit Jahren begleitet

Manche Hobbys verschwinden irgendwann wieder aus dem Alltag. Andere tauchen nach vielen Jahren plötzlich wieder auf – fast so, als hätten sie nur darauf gewartet, wiederentdeckt zu werden. Für mich gehört das Bemalen von Miniaturen genau in diese Kategorie.

Heute sitze ich gelegentlich im Livestream vor einem Tisch voller Farben, Pinsel und kleiner Kunststofffiguren und bemale Teams für Blood Bowl oder Blitz Bowl. Doch der Ursprung dieses Hobbys liegt deutlich weiter zurück.

Die Berliner Zeit – Armalion und die ersten Miniaturen

Meine ersten ernsthaften Erfahrungen mit Miniaturen sammelte ich Anfang der 2000er Jahre während meiner Zeit in Berlin. Damals spielte ich Armalion, ein Tabletop-Strategiespiel im Universum von Das Schwarze Auge.

Armalion wurde Ende der 1990er Jahre von FanPro veröffentlicht und brachte das bekannte Rollenspiel-Setting Aventurien auf den Spieltisch. Statt einzelner Heldenfiguren standen hier ganze Einheiten aus Rittern, Orks oder Magiern auf dem Schlachtfeld. Gespielt wurde mit Zinnminiaturen, Maßbändern und viel taktischem Denken.

Ein wichtiger Teil des Hobbys war schon damals das Bemalen der Figuren. Die Miniaturen kamen meist unbemalt aus der Verpackung und mussten zunächst grundiert, bemalt und teilweise sogar zusammengebaut werden. So entstanden nach und nach eigene Armeen, die nicht nur spielerisch funktionierten, sondern auch optisch etwas hermachten.

Mit diesen Figuren habe ich damals sogar an einigen regionalen und überregionalen Turnieren teilgenommen. Das war eine spannende Mischung aus Strategie, Handwerk und Hobby-Community – und mein erster tieferer Einblick in die Welt der Tabletop-Spiele.

Eine lange Pause – und ein Hobby im Hintergrund

Wie so oft im Leben verschieben sich Prioritäten mit der Zeit. Arbeit, Freundschaften und andere Interessen rückten in den Vordergrund. Das Miniaturen-Hobby verschwand zwar nie komplett aus meinem Kopf, spielte aber viele Jahre lang kaum noch eine Rolle. Die Koffer mit den bemalten (und teilweise unbemalten) Miniaturen wanderten allerdings bei allen Wohnungsumzügen immer mit.

Stattdessen beschäftigte ich mich mit anderen Dingen: Computertechnik, Programmierung, Fotografie oder auch sportlichen Herausforderungen wie dem Marathonlaufen. Kreative Projekte gab es also weiterhin – nur eben nicht mehr auf dem Maltisch.

Die Rückkehr der Miniaturen – Blood Bowl und Blitz Bowl

Vor einiger Zeit kam das Hobby dann überraschend zurück in mein Leben. Mein Junior entdeckte die inzwischen etwas verstaubten Koffer mit den Zinnfiguren im Keller und entwickelte Interesse am Bemalen. Also wurden wieder Pinsel und Farben angeschafft.

Mein erneuter Einstieg in das Hobby erfolgte schließlich über Blitz Bowl und Blood Bowl, zwei Fantasy-Sportspiele von Games Workshop.

Blood Bowl kombiniert American Football mit einer Fantasy-Welt voller Orks, Zwerge, Elfen und Untoter. Zwei Teams treten gegeneinander an und versuchen, den Ball in die gegnerische Endzone zu bringen – allerdings mit deutlich mehr Chaos als beim echten Sport. Fouls, spektakuläre Spielzüge und manchmal auch ziemlich brutale Aktionen gehören hier einfach dazu.

Eine vereinfachte Variante davon ist Blitz Bowl, ein schnelleres und zugänglicheres Spielsystem, das sich besonders gut für kurze Partien eignet.

Auch hier gilt: Die Miniaturen kommen zunächst unbemalt. Genau das macht einen großen Teil des Reizes aus. Jedes Team bekommt durch Farben, Trikots und kleine Details seine eigene Persönlichkeit.

Miniaturen bemalen im Livestream

Anders als früher findet ein Teil dieses Hobbys heute öffentlich statt – im Livestream.

Beim Bemalen von Miniaturen kann man wunderbar abschalten. Gleichzeitig eignet sich der Prozess erstaunlich gut für einen entspannten Stream. Während ich Pinselstriche setze, entstehen Gespräche über Spiele, Hobbys oder einfach den Alltag.

Die Figuren wachsen dabei Schritt für Schritt vom grauen Kunststoffmodell zu fertigen Teams auf dem Spielfeld – und Zuschauer können den Prozess live mitverfolgen.

Mehr als nur ein Spiel

Miniaturen bemalen ist für mich heute mehr als nur ein Teil eines Spiels. Es verbindet verschiedene Dinge, die mir ohnehin Spaß machen:

  • Handwerk und Kreativität
  • Spiele und Strategie
  • Community und Austausch
  • und manchmal auch einfach ein ruhiger, konzentrierter Nachmittag mit der Familie oder ein entspannter Abend am Maltisch und im Livestream

Damit passt das Hobby eigentlich perfekt zu den vielen anderen Interessen, die auf dieser Webseite zusammenkommen – von Technik über Sport bis hin zu kreativen Projekten.

Und wer weiß: Vielleicht stehen irgendwann auch wieder ganz andere Miniaturen auf meinem Maltisch.

Bis dahin gilt: Wer neugierig ist, kann gerne einmal im Livestream vorbeischauen.

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